Alba Berlin 2014/2015: Die Unvollendeten

Sonntag, 12:00 Uhr, Berlin. Die Hitze des Vortags ist davongezogen, ebenso wie der Großteil der Fußballfans die zum Champions-League-Finale angereist sind. In wenigen Stunden beginnt in Bamberg das erste Spiel der BBL-Finalserie. Alba ist nicht dabei. Stattdessen findet heute die alljährliche Abschiedsparty in der Arena am Ostbahnhof statt. Wer hätte je gedacht, dass man als Berliner jetzt lieber auf dem Weg nach Bamberg wäre? Ist man aber nicht. Statt Anspannung gibt es noch einmal aufmunternden Applaus, Abschiedsworte, dann ist Schluss. Die Saison 2014/2015 wird damit endgültig vorbei sein. Auch am dritten Tag nach der enttäuschenden Niederlage gegen Bayern München will sich ein Gefühl nicht abstellen: Das kann es doch nicht gewesen sein.

Nur Zaungast: Cliff Hammonds

Trauriger Blick nach vorn: Die Saison ist beendet.


Der heutige Sonntag könnte für viele das Ende eines gemeinsamen Weges sein. Für manche Spieler und Trainer begann dieser vor zwei Jahren, für andere erst im letzten Sommer. Lange waren die Alba-Fans nicht so begeistert gewesen über ihr Team, wie in den letzten Monaten. Große Siege, leidenschaftliche Spielweise, klar erkennbare Entwicklungssprünge bei den Spielern: Es passte einfach alles. Nur der allerletzte Schritt wollte in vielfacher Hinsicht einfach nicht gelingen und das macht dieses abrupte Saisonende so schmerzhaft.

Siege gegen die San Antonio Spurs, den FC Barcelona oder in Athen und Tel Aviv stehen im Endeffekt auch bittere Niederlagen gegenüber; das letzte Top-16 Spiel gegen Maccabi, das letzte Hauptrundenspiel gegen Bamberg, das letzte Halbfinal-Spiel gegen München. Allesamt denkbar knapp verloren, in eigener Halle. Sinnbildlich die Serie gegen den Fußballklub aus Bayern. Fünf Mal wurde der Neu-Rivale in Berlin, teilweise deutlich, besiegt, das entscheidende Spiel, das die Final-Niederlage aus dem Vorjahr getilgt hätte, ging aber verloren.

So schön die Saison 2014/2015 auch war, so viel Freude die Mannschaft auch bereitete, die letzten Zentimeter fehlten, die große Vollendung blieb aus. Das ist keine Schmach, auch titellose Jahre können in Berlin entsprechend gewürdigt werden. Ein Verein definiert sich nicht nur über Titel und kann auch ohne Pokale Freude bereiten. Selbst die erfolgsverwöhnte Berliner Fanszene hat dies, spätestens nach dem verlorenen Finale 2011, verinnerlicht. Das Gefühl, dass in diesem Jahr Chancen liegen gelassen wurden, bleibt jedoch auch. Es stellt sich die Frage, wann kommen diese Chancen wieder?

Die Frage der Gerechtigkeit im Sport stellte Marco Baldi bereits am späten Donnerstag Abend. Ein Finaleinzug Albas wäre gerecht gewesen. Insbesondere nach den Geschichten aus dem letzten Jahr und der Entwicklung dieser Saison. Die Chance für eine Revanche wird es geben, wahrscheinlicher wird sie aber nicht unbedingt. Bayern und Bamberg verfügen bereits jetzt über deutlich mehr Personal-Etat und dieser Vorsprung scheint nach jetzigem Ermessen nicht kleiner zu werden. Noch bitterer ist der Gedanke, dass dieses Team, das einen weiteren Anlauf so verdient hätte, vermutlich auseinander brechen wird. Der gemeinsame Weg findet ein Ende.

Es muss in Zukunft vieles zusammenkommen, damit Berlin wieder eine derart glänzende Saison hinlegt wie die abgelaufene und sich in eine Position bringt, um Geschichte zu schreiben. Diese Ungewissheit nagt und verstärkt die Befürchtungen, dass vorerst einmalige Chancen liegen gelassen wurden. So wunderbar, erfrischend und emotional das Alba Team 2014/2015 auch war, ganz zum Schluss blieb es unvollendet. Leider.

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