Halbzeitpause in der Saison: Die Spielernoten

17 Spiele sind in der Basketball-Bundesliga absolviert und das bedeutet für gewöhnlich: Allstarday-Pause. Für das nicht ganz unumstrittene Showspiel werden die Teams für ein Wochenende vom Ligaalltag befreit. Diese Unterbrechung teilt die Saison in zwei Hälften auf, es wird also Zeit für ein kleines Fazit. Die Gründe für den mannschaftlichen Erfolg haben wir versucht für euch zusammenzustellen, aber auch die einzelnen Spieler möchten wir näher betrachten.

Anders als im letzten Jahr ist ein Großteil des Teams im Sommer zusammengeblieben. Das heißt viele Spieler sind für die meisten Fans keine unbeschriebenen Blätter mehr und müssen auch in ihrer persönlichen Entwicklung betrachtet werden. Konnte ein Talent im Vergleich zur Vorsaison einen Schritt nach vorne machen? Oder gab es Spieler von denen man mehr erwarten konnte? Fakt ist: Alba spielt bisher eine herausragende Saison und von daher gibt es auch wenig zum meckern. Dennoch möchten wir die einzelnen Akteure des Erfolgs mal betrachten (Jonathan Tabu, Martin Seiferth und Jannik Freese wurden mangels Spielen nicht aufgezählt).

Die Spieler in der Einzelbewertung:

 

05_Giffey_Niels#5 Niels Giffey:

Mit einer gehörigen Portion Druck musste Niels Giffey in die Saison starten. Die Erwartungen an den Rückkehrer sind, angesichts seiner gerade mal 23 Jahre Lebenserfahrung, nicht ganz ohne. Alles in allem konnte der Flügelspieler überzeugen und schaffte (wie erwartet) auf Anhieb den Sprung in die Rotation. In der Defensive agiert Giffey mehr als solide, im Angriff spielt er eine eher untergeordnete Rolle. Die Werkzeuge in Zukunft mehr Verantwortung zu übernehmen hat er, geben wir ihm einfach die Zeit sich zu entwickeln.

Zwischennote: 2


07_King_Alex#7 Alex King:

Die Spielzeit des neuen Kapitän im Teams ist im Vergleich zur Hauptrunde im letzten Jahr leicht gesunken, dafür beweist er sich in der Offensive super effektiv: King nimmt mehr Würfe von der Dreierlinie als aus dem Feld, trifft aber in beiden Fällen unglaublich gut (50% und 72,2% in der BBL). Defensiv packt der 29-Jährige auch gut zu, tut sich aber gelegentlich gegen körperlich stärkere Gegner auf der Powerforward-Position schwer. Insgesamt ist aber King aus dem Team nicht wegzudenken und erfüllt alle Erwartungen.

Zwischennote: 2+

 

08_Akpinar_Ismet#8 Ismet Akpinar:

In seinem zweiten Vertragsjahr soll Ismet Akpinar auch bei den Profis voll durchstarten. Bereits jetzt ist der 19-Jährige zu mehr Einsätzen gekommen, als in der kompletten vergangenen Saison. Dennoch sind es bisher eher garbage time Minuten, die Ismet erhält. In diesen zeigt er vor allem seine ausgeprägten Scoring-Qualitäten, muss aber auch noch als Spielgestalter und in der Defensive dazulernen. Hoffentlich erhält der Pointguard auch in den nächsten Monaten weiterhin seine Spielzeit um sich weiterzuentwickeln.

Zwischennote: Ohne Bewertung


11_Vargas_Akeem#11 Akeem Vargas:

Die Überraschung des letzten Jahres, zeigt auch in dieser Saison seine Stärken: gallige Defense, die fast jeden Gegenspieler zur Weißglut bringt. Offensiv ist der Guard dagegen immer noch kein Akteur, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückt. Vargas setzt seine Rolle allerdings gut um und nutzt die sich ihm bietenden Chancen hervorragend. Einen kleinen Schritt hat er gemacht, er trifft in der Liga derzeit 52% seiner Dreier (29% im Vorjahr) und funktioniert auch deshalb als 3-and-D Spieler. Zurecht wurde er nun mit einer Vertragsverlängerung belohnt.

Zwischennote: 2

13_Banic_Marko#13 Marko Banic:

Einer der erfahrensten Akteure im Kader ist vor allem eins: recht unauffällig. Das macht Marko Banic allerdings nicht weniger gefährlich. Recht unspekakulär verrichtet der Kroate seine Arbeit, füllt aber am Ende des Abends immer den Statistikbogen (in der BBL durchschnittlich 9 Punkte und knapp 4 Rebounds, bei einer Wurfquote von 67,5%). Der 29-Jährige verfügt über eine exzellente Fußarbeit und stellt mit seinem Postspiel und seiner Abgezocktheit ein Gegenpol zu den eher jungen und wilden Radosevic/WoBo und McLean dar. Banic macht konstant seinen Job und stabilisiert damit auch die Mannschaft.

Zwischennote: 2+

15_Redding_Reggie#15 Reggie Redding:

Der heimliche MVP des Vorjahres macht einfach alles. Egal ob Punkte, Rebound oder Assists. Egal ob in der Euroleague oder in der Bundesliga. Redding ist der Schlüsselspieler schlechthin und enorm wichtig für die Kreativität in der Offensive. Dazu kommt noch seine Fähigkeit, wichtige Würfe in entscheidenden Spielmomenten zu treffen. Der Flügelspieler ist einfach „clutch“. Jeder Berliner Fan sollte den US-Amerikaner genießen solange es noch geht. Mehr muss nicht gesagt werden.

Zwischennote: 1-

 

18_Wobo_Jonas#18 Jonas Wohlfarth-Bottermann:

Nach einem schwierigen Saisonstart und gesunkener Spielzeit, schien sich „WoBo“ gefangen zu haben und zeigte eine aufstrebende Formkurve. Diese wurde leider durch einen Handbruch jäh unterbrochen, deshalb fällt das Zwischenfazit zum jungen deutschen Center eher bescheiden aus. Spielzeit, Punkte und Rebound-Werte sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Es bleibt zu hoffen, dass dies nur ein kleines Leistungsloch war und der 24-Jährige nicht zu sehr von der Verletzung zurückgeworfen wurde.

Zwischennote: 3-

 

19_Stojanovski_Vojdan#19 Vojdan Stojanovski:

Bisher wohl der Verlierer der Saison. Der sympathische, aber stille Mazedonier verpasste zu Saisonbeginn wegen muskulärer Probleme einige Spiele und fand im Anschluss (von außen betrachtet) nie so wirklich den Anschluss zum Rest des Teams. Alles was Stojanovski im letzten Jahr auszeichnete, konnte er bisher nur selten zeigen: als siebter Ausländer musste er in der Bundesliga häufig auf die Bank. Von seiner Rolle aus der Vorsaison ist der 27-Jährige noch weit entfernt, hin und wieder (z.B. in Limoges) zeigte er jedoch, wie wichtig er für dieses Team noch sein kann. Wir hoffen zur zweiten Saisonhälfte kann der smarte Flügelspieler öfters seine offensiven Qualitäten unter Beweis stellen.

Zwischennote: 3-

Aus dem Kader nicht mehr wegzudenken: Alex Renfroe

Aus dem Kader nicht mehr wegzudenken: Alex Renfroe

20 Alex Renfroe:

Der für Jonathan Tabu nachverpflichtete Guard fügte sich sofort in die Mannschaft ein und belebt mit seiner Schnelligkeit eindeutig das Spiel. Ähnlich wie Redding, bringt Renfroe das volle Paket aus Punkten, Rebounden und Passen mit. Dem gegenüber stehen aber auch gelegentlich haarsträubende Turnover und zuletzt eher unkonstante Leistungen. Bald wird Alba entscheiden müssen, wie es mit Renfroe weitergehen soll. Bisher konnte der US-Amerikaner aber insgesamt überzeugen.

Zwischennote: 2

 

 

 

21_Wagner_Moritz#21 Moritz Wagner:

Vor Saisonstart hatten die wenigsten Moritz Wagner auf der Rechnung, spätestens nach dem ersten Ligaspiel gegen Göttingen entfachte sich jedoch ein kleiner Hype. Natürlich kriegt der 17-Jährige allerhöchstens Garbage-Time und wurde erst in vier Ligaspielen eingesetzt. Selbstverständlich fehlen Wagner noch einige Merkmale um dauerhaft als Profi eingesetzt zu werden. Doch Zeit hat der große Flügelspieler allemal und wir blicken gespannt seiner Zukunft entgegen.

Zwischennote: Ohne Bewertung

 

25_Hammonds_Cliff#25 Clifford Hammonds:

Der defensive Kopf der Mannschaft, macht auch in diesem Jahr seinen Ruf als bester Verteidiger der Liga alle Ehre. Kein anderer Spieler aus dem Team steht durchschnittlich länger auf dem Feld als Hammonds. Vor allem zu Saisonbeginn übernahm der Pointguard in der Offensive vermehrt Verantwortung. Bei Punkten, Rebounds und Assists konnte sich Hammonds im Vergleich zum Vorjahr noch mal leicht steigern und leistet sich trotzt der höchsten Spielzeit weniger Turnover als Redding oder Renfroe.

Zwischennote: 1-

33_McLean_Jamel#33 Jamel McLean:

Die wohl beste Neuverpflichtung. Nicht alle waren von Anfang an von diesem Transfer überzeugt, mittlerweile dürfte es daran kaum noch Zweifler geben. McLean ist am Brett ein Tier und stellt die meisten gegnerischen Mannschaften vor erhebliche Probleme. Der Power Forward spielt zwar im Schnitt vier Minuten weniger als letztes Jahr in Bonn, konnte sich aber in verschiedenen Werten (z.B. Punkte, Assists und Freiwurfquote) noch einmal steigern, und ist in den Bereichen Punkte und Rebounds Albas bester Spieler. Auch europäisch hat sich der US-Amerikaner schnell an das Euroleague-Niveau angepasst. Macht McLean so weiter, wird er Alba in der zweiten Saison-Hälfte noch viel Freude bereiten – und im Anschluss für den Verein kaum noch zu halten sein.

Zwischennote: 1

 

43_Radosevic_Leon#43 Leon Radosevic:

Die Bewertung von Radosevic fällt nicht leicht. Viele erwarteten vom jungen Kroaten in diesem Jahr einen weiteren Schritt nach vorne. Andererseits hat sich die Situation für den Center erheblich verändert, ihm stehen jetzt weniger werfende Forwards (wie Schultze/Jagla) zur Seite und er agiert mehr aus der Halbdistanz als in Brettnähe. Radosevic sucht vermehrt den Wurf aus der Mitteldistanz, der nicht immer konstant fällt. Das spiegelt sich auch in seiner Wurfquote wider, die im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Statistisch groß verschlechtert hat sich der 24-Jährige zwar nicht, man erwartet jedoch auch mehr von ihm. Radosevic spielt solide, teilweise mit Ausschlägen nach oben aber alles in allem gibt es noch reichlich Raum für Verbesserungen. Insgesamt ist das aber meckern auf hohem Niveau, der Kroate ist noch jung und wird definitiv seinen Weg gehen (wenn er hoffentlich gesund bleibt)

Zwischennote: 2-

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